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Novellierung des Jagdrechts in Baden-Württemberg

Novellierung des Jagdrechts in Baden-Württemberg

Wichtige Informationen zur aktuellen Entwicklung bei der Jagdrechtsnovellierung im Bereich des Jagdgebrauchshundewesen.

Bereits im Koalitionsvertrag 2011 legte sich die grün-rote Landesregierung fest, dass in Baden-Württemberg im Rahmen einer Novellierung des Landesjagdgesetzes ein weitgehend vom Bundesjagdgesetz losgelöstes Vollgesetz erarbeitet werden soll.

Auch wenn schon im Koalitionsvertrag schon festgeschrieben war, dass es z.B. ein Fütterungsverbot für Wildtiere geben soll und der Tierschutz im Jagdgesetz stärker berücksichtigt werden soll, wurde als Novum die Politik des "Gehört Werdens" eingeführt.

Dies bedeutet, dass in einem Beteiligungsverfahren die (Interessen-) Verbände bereits vor Erstellung eines Referentenentwurfs aufgefordert wurden, wichtige Themen in Arbeitsgruppen zu diskutieren und dabei Konsens- und Dissens-Punkte zu erarbeiten.

In einem Vorgespräch kam die oberste Jagdbehörde zu dem Ergebnis, dass zu dem Themengebiet Jagdgebrauchshundewesen auch Vertreter der Jagdkynologischen Vereinigung Baden-Württemberg im JGHV eV. (JKV-BW) , also der Vertretung der Zucht- und Prüfungsvereine im Jagdgebrauchshundverband in Baden Württemberg, eingeladen werden.

In den Arbeitskreissitzungen wurde angestrebt, dass die verschiedenen Vertreter ihre Argumente sachlich austauschen können und damit der Anteil der Dissens-Punkte möglichst gering gehalten wird. Die Dissens-Punkte wurden dann nochmals in einem Koordinierungskreis erörtert.
Sofern auch im Koordinierungskreis kein Konsens erzielt werden konnte, entscheidet das Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz (MLR) auf Basis der Erkenntnisse aus dem Beteiligungsverfahren welche Regelungen zu diesen Punkten im Referentenentwurf getroffen werden sollen.
Mit Erstellung des Referentenentwurfs (voraussichtlich Ende September) entspricht der weitere Ablauf dem Standard-Gesetzgebungsverfahren. Das neue Landesjagdgesetz, zukünftig wahrscheinlich Landesgesetz für Wildtiermanagement, soll in 2014 in Kraft treten!

Die Liste der Dissenspunkte wurde vom Landesjagdverband im letzten „Jäger Baden-Württemberg“ bereits veröffentlicht. Inzwischen hat das MLR auch bekanntgegeben, wie es Stand heute die Dissenspunkte zu regeln gedenkt.

Dies sind Absichtserklärungen des MLR, nicht nur Forderungen von anderen Interessengruppen!

Für das Jagdgebrauchshundewesen sind das in erster Linie folgende Punkte:
- Das Schwarzwildgatter ist wohl nicht in Gefahr.

- in Sachen lebender Ente ist noch keine Entscheidung gefallen. Somit besteht noch eine Chance eine Fortschreibung der Stuttgarter Vereinbarung ggf. mit weitergehenden Auflagen im administrativen Bereich zu erreichen. Hier müssen wir aber zwingend nochmals aktiv werden.

- Die Baujagd soll verboten werden, das darf nicht passieren!!
Wir müssen uns umgehend und massiv für die Baujagd einsetzen, sonst ist diese verloren!
Dabei muss es unsere wichtigste Aufgabe sein, aufzuklären, dass Baujagd mit Stöbern unter der Erde vergleichbar ist und überhaupt nichts mit „Hahnenkampf im Verborgenen“ zu tun hat. Die Kritiker sehen hier immer nur das Hetzen von Tieren aufeinander, als ob der Kampf auf Leben und Tod unter der Erde die Zielsetzung der Baujagd sei.

Besonders zu beachten ist: Das Verbot der Baujagd wäre nur der erste Schritt. Im nächsten Schritt würde dann die weitere Jagd mit dem Hund vor dem Schuss angezweifelt!

Außerdem, auch wenn nicht alle Jäger und Hundeführer die Baujagd aktiv betreiben, so sind die Niederwildheger und engagierten Baujäger die Grundlage dafür, dass wir auch weiterhin Reviere mit gutem Hasen- und Flugwildbesatz haben. Und diese guten Niederwildreviere wollen wir doch alle erhalten, ja die Hundeführer sind bei Ausbildung und Prüfung oft darauf angewiesen!

Auch die Ausbildung der Jagdhunde am Wasser nach Stuttgarter Vereinbarung mit der vorüber-gehend flugunfähig gemachten Ente ist für das Jagdgebrauchshundewesen von grosser Bedeutung. Noch ist nicht entschieden, wie dies in der Jagdrechtsnovelle behandelt werden soll, aber auch hier ist es wichtig, dass sich die Jäger gemeinsam für den Erhalt der Stuttgarter Vereinbarung und damit für den Erhalt des geltenden Ausbildungs- und Prüfungsverfahrens einsetzen!

Das Jagdgebrauchshundewesen betrifft alle Jäger!

Es wäre fatal diese Themen nicht ernst zu nehmen, nur weil es die eigenen Belange evtl. nicht unmittelbar betrifft! Wenn wir heute die Baujagd oder die geeignete Ausbildung am Wasser verlieren, geht es morgen gegen den nächsten Einsatzbereich für Jagdgebrauchshunde!

Jeder aktive Jäger benötigt in irgendeinem Bereich die Unterstützung durch geeignete Jagdgebrauchshunde und motivierte Hundeführer, auch wenn nicht jeder von jedem Bereich betroffen ist.

Die Jagdkynologische Vereinigung Baden Württemberg hat auf ihrer Webseite im Bereich Informationen http://www.jkv-bw.de/informationen.htm ein Positionspapier sowie einen Vortrag mit Notizen (PDF und Powerpoint) veröffentlicht.

Dort finden Sie eine Vielzahl von Argumenten für Ausbildung, Prüfung und Einsatz von Jagdgebrauchshunden, die Sie bei der Postkartenaktion des LJV oder auch in Emails, Briefen und persönlichen Gesprächen verwenden können.

Die JKV-BW freut sich, wenn Sie diesen Vortrag oder Teile davon nutzen, um mit Ihren Ansprechpartnern vor Ort über unsere Themen zu sprechen und zu informieren. Dabei sind die Jägerschaft ebenso wie Landwirtschaft und politische Vertreter aller Ebenen eine wichtige Zielgruppe. Auf der Seite des Landtags Baden Württemberg (http://www.landtag-bw.de) finden Sie ein Verzeichnis der Abgeordneten mit Kontaktdaten und eine Übersicht der Wahlkreise.

Nehmen Sie Kontakt mit den politischen Vertretern auf, informieren Sie ihre lokalen Politiker!
Wichtig sind dabei Vertreter aller Parteien, insbesondere auch die, die evtl. bisher unentschieden sind, die noch offen für sachliche Argumente sind!

Nur wenn wir uns aktiv für unsere Interessen einsetzen, gibt es eine Chance, dass wir unsere wichtigen Anliegen, wie den Erhalt der Baujagd zumindest auf den Fuchs und Neozonen sowie Ausbildung und Prüfung von Stöbern mit lebender Ente gem. Stuttgarter Vereinbarung erhalten können.

Beste Grüße und Waidmannsheil
Wilfried Schlecht


Link zur Jagdkynologischen Vereinigung mit weiterführenden Informationen oder Links zur Thematik:



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Anschrift

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Wachtelhunde e.V.
Landesgruppe BW-Nord
Pestalozzistraße 8
74348 Lauffen a. N.

Telefon:
07133 2007982

Telefax:
07133 965796

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